CANON  RANGEFINDER  STANDARD LENSES
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50/1.4 Rangefinder Objektiv (1959-1967)

CanonP
Das Canon 50/1.4 gehörte zu den späteren, und besten Canon Screw Mount Objektiven. Die erste Version hattte einen schmäleren Entfernungseinstellring mit Meter- oder Feet- Angabe, aber dasselbe Optische Design

Mit nur 6 Elementen in 4 Gruppen ist es ein klassischer Planar- (Biotar-) Typ. Fast alle lichtstarken Objektive dieser Klasse benötigten in dieser Zeit, und auch später 7 für optimale Korrektion der Bildfehler. Das Canon war erstaunlich einfach designed - basierend auf dem patentierten 50/1.8 (1951) und mit neuentwickelten hochbrechenden Gläsern gebaut. Die Leistung war mindestens auf dem Niveau des zeitgleichen
Leitz Summilux 50/1.4, wenn nicht höher. Einigen Klassikfreunden ist es selbst heute noch unsympathisch wegen des modernen, "klinisch-scharfen" Looks der mit ihm erzielten Bildergebnisse, die denen manch moderne aspherischer Designs ähnlich sähen...

lens design

Nach meiner Erfahrung ist es lediglich sehr scharf, kontrastreich und ohne sichtbare chromatische Aberrationen. Das bookeh ist meist excellent, lediglich die Farbe wirkt im Vergleich zu den älteren, mit anderer Vergütung versehenen Objektiven, besonders dem 50/1.5 etwas kühler. Und natürlich ist es anders weil es kein SONNAR ist... In jedem Fall aber ein großartiges Alltagsobjektiv, kaum zu schlagen an einer BESSA-R und vor allem, einer CANON P -- außer vielleicht für diejenigen die ein 35/2.0 oder 35/1.5 vorziehen....


Gebraucht kann man es gut kaufen: Die Frontlinsen sind selten verkratzt, weil die Vergütung widerstandsfähiger ist als die zeitgenössischer LEICA-Objektive. Es neigt (anders als die Mitte der 1950'er neukonstruierten 50/1.8 und 50/1.2) kaum zu "Nebelbildung" (Fungus) der der Blende zugewandten Glasfläche.
canon Canon

canon 3 standard lenses

Links: Eine Blendenstufe langsamer als das famose 50/0.95, mit halbem Gewicht, und im normalen Gebrauch leistungsfähiger -- aber nicht halb so eindrucksvoll aussehend...

Oben: Besonders klein ist es nicht: 48mm Filter, verglichen zu 42mm beim 50/1.5 auf der rechten Seite (wenigstens bekommt man diese Filtergröße leichter!).  Immerhin kleiner als
fette SLR-Objektive wie das rechts zu sehendende klassische FD 50/1.4 (zu seiner Zeit bestes 50mm der Welt zusammen mit dem  Zeiss Planar 50/1.4).

Mit dem großen, "Berg und Tal" Fokusring - wir sehen hier wo's in Wahrheit herkommt! - kommt eine Menge"SLR feeling" auf.  Aber selbst an einer BARNACK LEICA sieht das Objektiv Klasse aus...

Hinweis: Es ist auch kleiner als das moderne C/V Nokton 50/1.5 LTM BESSA Objektiv!


Manche Quellen behaupten das 50/1.4 sei ab 1957 verkauft worden, aber der Cameratyp V/L der ebenfalls 1957 in den Verkauf ging, ist kaum jemals mit diesem Objektiv im Gebrauchtmarkt zu finden, viel öfter mit dem 1956 erschienenen 50/1.2. Auch eine Verkaufsbroschüre von 1958 lässt dieses Objektiv auffällig vermissen. Stattdessen sieht man das 50/1.4 fast nur mit der Canon 7 (erschienen 1961), manchmal auch mit der preiswerteren P (erschienen 1959), wie hier gezeigt. Deshalb erschien das Objektiv wahrscheinlich tatsächlich 1959 - im selben Jahr wie LEICA's Summlux - wie auch von den meisten Quellen anerkannt wird.

50/1.5 Rangefinder Objektiv (1952-1956)

Canon Nikon Sonnars

Sonnar
Canon 50/1.5 Objektivdiagramm -- kopiert in den "Sonnar" Wikipedia Artikel von meiner Website...

Bis es durch das 50/1.2 ersetzt wurde (damals das lichtstärkste Kleinbildobjektiv der Welt!) war es das teuerste 50mm Objektiv bei CANON.  Üblicherweise wurde es mit der CANON IV verkauft, aber die ganze Serie war fast immer mit dem äußerlich zum Verwechseln ähnlichen 50/1.8 (chrom) ausgestattet.

Da ich keine CANON IV habe zeige ich es an
meiner ältesten CANON, einer L von 1957. Dieser Typ, wie überhaupt alle moderneren, nicht mehr das LEICA Design abkupfernden CANONs (L,V,VI, P und 7) wurde aber nie mit Chrom-Objektiven verkauft, sondern immer mit den neueren zweifarbigen Serien.

Hier an einer Nikon S2 von 1954 das andere bekannte Japanische Sonnar: Nikkor 50/1.4 - eine spätere, schwarze Version von ca. 1957/58. So bitte beachten dass dies Bildchen historisch nicht ganz korrekt ist...

Alle lichtstarken Sonnare mit 7 Elementen waren sündteuer in der Herstellung wegen der zwei verkitteten Dreifachgruppen. Das  ZEISS Sonnar kostete ein Durchschnitts-Monatsgehalt in den 1950' er Jahren. Auch deswegen liess man die Produktion auslaufen.

50/1.8 chrome series rangefinder lens (1951-1957)

Canon VI



Dies Objektiv, ursprünglich verkauft mit der "LEICA Kopie" CANON II, III und IV, wurde 1951 vom CANON Ingenieur Hiroshi Ito auf den wichtigsten Weltmärkten patentiert - auch in Amerika und Deutschland.
Es war ein Schlag ins Gesicht für LEICA und zwang sie zum komplizierteren (sprich, in der Herstellung teureren) SUMMICRON Design, das leistungsmässig keinerlei Vorteile brachte, in Gegenlichtsituationen sogar deutlich schwächer war.

Canon

Wahrscheinlich war es das wichtigste Objektiv in der Geschichte von CANON: Es scheuchte LEICA auf und zeigte die Gefahr die für die Deutsche Cameraindustrie aus Japan drohte.. und, leider leider, verpasste LEICA eine angemessene Reaktion.

Für den Fotograf war das CANON 50/1.8 nur ein feines 50'er, voll vergleichbar mit der weltbesten Qualität von Zeiss und Leica, einen Tick lichtstärker und mit kleinerem Preisschild.


(das Bild zeigt das Objektiv mit einer Camera die ein paar Jahre später gebaut wurde!)


nächster Teil: Späte CANON 50'er: schwarzes 50/1.8, 50/0.95, 50/2.8 und 50/2.2

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CANON V/ VI/ L camera